iPad im Praxistest an der KAS

Liebe Kolleginen und Kollegen, liebe Schulgemeinde,

nach erfolgter Präsentation und Praxistest der iPads, an dieser Stelle ein Abriß, Resumé und Ausblick zur Veranstaltung vom 16.11.2010:

Im Anschluß an die Lehrerkonferenz vom 16.11.2010 wurde durch Herrn Volker Sziede (Key Account Manager der Education Abteilung der Firma Apple, München) zunächst eine allgemeine Information zu den Bemühungen und Möglichkeiten der Firma Apple im Bereich Education vor dem gesamten Plenum des Kollegiums der KAS gegeben. Der Vortrag, der seinen Zweck als Werbeveranstaltung nicht verschleiern wollte, war professionell-kurzweilig und informativ und zeigte viele Möglichkeiten im Bereich des Einsatzes von mobilen Endgeräten und Apps auf. Der Schwerpunkt lag auch auf der Nachhaltigkeit, die die Marke Apple in diesem Bereich seit mehr als 25 Jahren betreibt. Nach dieser Einführung zeigte dann Herr Christian Wilde, ebenfalls aus München für die KAS angereist, kurz die Möglichkeiten aber auch die Grenzen des Gerätes, um das es eigentlich ging: das Apple iPad. Hier gab es dann auch schon konkretere Hinweise zu den Einsatzmöglichkeiten eines solchen Devices im Unterricht als Endgerät für Recherche, Contenterstellung und Web2.0-Anwendungen (Wikis, Blogs) durch die Schüler, aber auch konkrete Apps für den Unterrichtseinsatz in bestimmten Fächern und Kontexten wurden gezeigt. Den Abschluß der Plenumsveranstaltung bildete die Aussicht auf (kostenlose) Fortbildungen des Kollegiums und/oder eines Kernteams durch Apple für die konkrete unterrichtsbezogene Contenterstellung auf einem solchen Device und die in diesem Bereich in NRW bereits bestehenden Netzwerke. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Effey-Hauptschule in Ennepetal hingewiesen, die das iPad bereits, wie einige andere Schulen in einer „iPad-Klasse“ einsetzt und die zu Informationszwecken auch Unterrichtsbesuche in diesem Projekt anbietet. Auch wenn es vielleicht verständlicherweise während dieser Plenumspräsentation im Kollegium zu einigem Murren und Unruhe kam, sollte einem doch klar gewesen sein, dass Apple bei einer solch aufwändigen und kostenintensiven (für die KAS jedoch kostenlosen!) Veranstaltung für die eigenen Produkte Werbung macht – dies würde wohl jedes andere Unternehmen auch tun.

Nach dieser Präsentation wechselten die 27 am Test („Hands on“) interessierten Kolleginnen und Kollegen in den Präsentationsraum, wo genügend iPads zur Verfügung standen um in einer „Schnitzeljagd“ erkundet zu werden.

Die „Hands on“-Veranstaltung wurde durch Herrn Christian Wilde und Herrn Tony Philip, beide aus dem Sales Planning & Support-Team München, durchgeführt. Die Kolleginnen und Kollegen schienen beim Test doch sichtlich Spaß gehabt zu haben, wie die folgenden Impressionen zeigen:

 

 

Im weiteren Verlauf waren sie aber auch konzentriert bei der Sache, als es mit den, auf dem iPad installierten Apps eine „iPad-Schnitzeljagd“ zu lösen galt, die die Kollegen mit Bravour und fast ohne Hilfestellung und schon gar nicht mit zu Hilfenahme eines Handbuchs auf einem, ihnen gänzlich unbekannten Gerät lösten. Hier ging es dann darum die Multitouchfähigkeiten des Geräts, die Möglichkeiten der Textverarbeitung und Bildbearbeitung und die Webapplikationen (Mail und Safari-Browser) auszuloten, um einige Aufgaben zu nennen. Auch die Videofähigkeiten und das Kartenprogramm wurden ausprobiert und in den in iBooks zur Verfügung stehenden eBooks wurden Kapitel aufgeschlagen und Texte markiert.

Herr Wilde zeigte sich vom engagierten „KAS-Testteam“ beeindruckt, denn wie er mir in einer späteren Rückmeldung per Mail sagte: „… hat es uns Spaß gemacht Ihrem Kollegium das iPad mit seinen Möglichkeiten näher zu bringen. Insbesondere die aktive Beteiligung bei der „Schnitzeljagd“ und viele interessante Fragen haben uns beeindruckt.“

Evaluation:

Kontra:

Als problematisch beurteilten die Kollegen die fehlende Tastatur bei z.B. längerer, umfangreicher Textarbeit, was jedoch durch die große Mobilität des Devices relativiert wird und auch nur in diesem speziellen Fall auftritt. Alternativ dazu kann natürlich ein iPad-Keyboard-Dock optional angeschafft werden, welches wie eine Tastatur funktioniert. Weiter wurde die fehlende Möglichkeit einer zentralen Kontrolle und/oder Sperrung der Schülerbildschirme durch einen Lehrer-PC (wie im Informatikraum) beanstandet. Hier bietet es sich natürlich, wie in der Veranstaltung gezeigt, einfach an, dass iPad mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch zu legen. Weiterer Kritikpunkt war eine evtl. notwendige Einarbeitungszeit in die unterschiedlichen Apps angeführt, wobei sich auf der Hands on-VA aber gezeigt hat, dass auch Mac OS unerfahrene User schnell und gut mit dem Interface des iPads und den Apps zurecht kamen, wenn es auch Zitat: „…. den Windows-Usern zunächst etwas ungewohnt und umständlich vorkam“.

Pro:

Als mögliche, vorstellbare Einsatzbereiche nannten die Kollegen in der nach dem Test durchgeführten Evaluation vor allem Recherche, Texterstellung, Lesen und Markieren, Literatureinsatz, integriertes Lexikon, Präsentationserstellung, Erstellen von Blogs und Wikis, Ersatz für Textblätter und Materialien, aber auch spezielle Anwendungsmöglichkeiten wie Filmanalysen, Erstellen und Hochladen von Videos, Bildbearbeitung, Höranalyse, Podcasting, Erstellen von Arrangements und Partiturmitverfolgung, etc.

Die Übertragung von Dateien auf das Gerät durch kostenlos-verfügbare Webtools und Apps (Drop-box, Google Docs) oder per Mail ist ein großer Vorteil und ermöglicht z.B. die Übertragung von bereits vorhandenen Arbeitsmaterialien und Textblättern direkt vom „heimischen PC“ des Kollegen online auf die Geräte. Ausdrucken, kopieren oder der Einsatz sonstiger Datenträger entfällt dann komplett („Die digitale Schultasche„). Über das neue iOS4 können die Schülerarbeiten dann bei Bedarf zentral per W-Lan ausgedruckt werden. Google Docs ermöglicht auf den iPads auch das „echte“ kollaborative Arbeiten an Texten und die Ergebnissicherung der Teamarbeit. Präsentationen könne sowohl softwarebasiert (Stichwort „Keynote“ = „Power Point“), als auch webbasiert mit Sliderocket in hoher Qualität erstellt werden. Beide Anwendungen bieten den Vorteil, dass die Dateien online bereit stehen und auch hier kollaborativ bearbeitet werden. Keynote ist 100% kompatibel zu Power Point, das in der Windows Welt große Verbreitung findet und man kann die Dateien somit 1:1 zwischen beiden Programmen austauschen und weiterverwenden. Gleiches gilt für die Textverabeitungsapp („Pages“) des iPad, welche dem Pendant „Word“ entspricht und auch hier den Im- und Export der Dateien garantiert. Weitere Apps findet man in der Übersicht des App Store.

Grafiken zur Evaluation:

Fasst man die Veranstaltung und die Ergebnisse der Umfrage zusammen, scheint das iPad eine hochmobile und schnell einsetzbare Ergänzung zu den bestehenden Informatikräumen zu sein, die sich sehr gut für die Kerneinsatzbereiche Recherche, Textarbeit, Analyse und Contenterstellung (Web2.0) verwenden lässt.

Kommentare offen!

Je 10 iPads in Rollkoffern, fertig zum Transport in die Klassenräume:

Advertisements
Schlagwörter: ,

10 Responses to “iPad im Praxistest an der KAS”

  1. Liebe Steuergruppe,

    vielen Dank für diese Infos. Es wird sicher einige Schulen geben für die hier künftig spannende Anstöße zu finden sind.

    Grüße aus Hamburg,
    Ralf

  2. Liebe Lehrer,

    wieso kommt es mir so vor, dass im Blog dieser Steuergruppe ein einzelnes Gerät eines einzigen Herstellers sehr intensiv umworben wird. Die Welt besteht nicht nur aus iPads und wird es auch in Zukunft nicht tun. Warum soll eine Schule/der Steuerzahler das Hobby und die Technikbegeisterung einzelner Lehrer finanzieren, wenn die Mehrheit der Nutzer bereits andere Systeme nutzt und deren Vorteile nicht berücksichtigt werden. Warum sollen Schüler auf einem System mit Tools und Apps arbeiten, die zu Hause und im späteren Berufsleben in der Regel nicht genutzt werden? Ein aktueller Hype um ein einzelnes funktions- und schnittstellenbeschränktes Gerät und um derzeit favorisierte Internet-Tools sollte m.E. nicht zu einer hohen Geldausgabe führen, wenn sich nach einer kurzen Zeit die Welt und das Netz so verändert haben, dass die neu entstandenen Möglichkeiten wieder andere Geräte erfordern.
    Ich persönlich finde das iPad nicht schlecht, es hat seine Zielgruppe, liefert dort einen großen Nutzen sowie Freude und armortisiert sich meist schon nach kurzer Zeit. Diese Zielgruppe nutzt die Geräte intensiv und bleibt durch regelmäßige Neuanschaffungen am Ball der Zeit. Ich frage mich aber, ob Schulen sich einen Einsatz solch kurzlebiger Geräte im Unterricht leisten sollten und wenn ja, warum reichen dann für die angestrebten Tätigkeiten nicht einfache Netbooks (mit Schnittstellen und Festpaltten), die z.T. schon für unter 50% des Preises eines iPads zu haben sind?

    Noch zwei Links zur Ergänzung:

    http://computer.t-online.de/adobe-flash-auf-dem-ipad-eu-kommission-hat-apple-im-visier/id_42190834/index

    http://ipad-mag.de/2010/10/29/ipad-effects-2010-marktforschung-zur-ipad-nutzung-in-deutschland/

    • Lieber Wolfgang V.

      danke für ihren Kommentar zum Thema iPad auf unserem Blog. Wir freuen uns immer, wenn Kommentare „von außen“ kommen, denn schließlich machen wir Schule nicht für uns sondern für die Schüler und die Gesellschaft. Dennoch sollten Kommentare immer konstruktiv sein und die Unterstellung, wir würden Projekte der Schul- und Unterrichtsentwicklung dazu missbrauchen, um, wie sie sagen „unserem Hobby und unserer Technikbegeisterung zu frönen“ oder einem „aktuellen Hype“ nacheifern ist eine harte und haltlose Anschuldigung, auf die wir eigentlich nicht weiter antworten wollen. Dennoch haben wir ihren Kommentar hier auf dem Blog freigeschaltet, damit ihn andere ebenfalls lesen und ihre Schlüsse daraus ziehen können.

      An der Sache orientiert lässt sich jedoch antworten, dass die Veranstaltung und die Rückmeldung der Kollegen eindeutig gezeigt hat, dass sie sich den Tablet PC gut für den Einsatz im Unterricht vorstellen können. Und diese Aussagen beruhen auf dem Test der Kollegen, nicht auf unseren Erfahrungen (die, wie sie richtig vermuten, auch durchaus positiv sind).
      Wir wollen mit dem Tablet auch nicht die Informatikräume (mit Windows PCs) ersetzen, sondern eine zusätzliche, mobile Lösung schaffen, die schnell und unproblematisch einsetzbar ist. Gerade mit vermeintlich günstigeren Geräten, wie die von Ihnen empfohlenen einfachen Netbooks haben wir keine guten Erfahrungen gemacht. Sie haben kurze Batterielaufzeiten (das iPad hält im Schulbetrieb 3 Tage durch), starten langsam (im Informatikraum mit Self Healing Network und Windows XP ca 10 min bis alle Schüler am arbeiten sind) und sind bald defekt (Scharniere etc). In unserem Informatikraum sind ein Drittel der neu angeschafften PC nur noch eingeschränkt funktionsfähig, haben Soft- und Hardwareprobleme. Also überzeugt ihr Argument von den verschwendeten Steuergeldern nicht wirklich, denn ein anfänglich höherer Preis macht sich bald bezahlt, wie z.B. die 5 iMacs, die wir seit knapp 2 Jahren im Dauerbetrieb haben und die ohne Administration und komplizierte Einarbeitung hervorragend funktionieren und es auch weiterhin tun werden und das sogar, obwohl wir sie täglich in verschiedene Unterrichtsräume tragen müssen, ständig auf- und abbauen und am Ende des Tages wieder in Schränke verschliessen – ein harter Praxistest.
      Auch von den angepriesenen Schnittstellen und Festplatten eines Netbooks würden wir keinen Nutzen haben, denn wir würden, wie die Befragung auch gezeigt hat, ein solches iPad zur Internetrecherche, Produktion von Texten, Filmanalyse usw einsetzen und dies lässt sich mit dem iPad sehr gut erledigen.
      Apps die man später im Berufsleben nicht nutzen kann? Der Einsatz von Apps ist sekundär, wie eben beschrieben. Davon abgesehen: Würden wir jetzt mit den Schülern an einem aktuellen Microsoft Office Produkt trainieren, könnten sie nach einem großen Update des Produkts (wie eben von Office 2007 auf 2010 geschehen) auch nicht mehr damit umgehen, weil es gänzlich anders aufgebaut ist. Und wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Vielleicht arbeitet man dann auch doch mit Apps? Alle Hersteller scheinen dieses Konzept ja (zumindest auf mobilen Endgeräten) bereits eifrig zu kopieren. Gleiches könnte auch mit Desktop-PCs passieren. Wir brauchen die Geräte für den Einsatz im Unterricht aber jetzt (!) und nicht erst nach jahrelanger Überlegung und da bieten andere Hersteller keine ausgereifte Lösung sondern lediglich Kopien des iPad-Konzepts. Mal ganz davon abgesehen, dass uns andere Hersteller keine Präsentationen ihrer Geräte oder gar kostenlose Schulungen dafür anbieten oder ein Netzwerk von Pädagogen aufweisen können, die diese Geräte bereits einsetzen und ihre Erfahrungen teilen wollen.
      Aber verständlicherweise wird man als Windows User oder Microsoft certified Partner zunächst zu seinem gewohnten System stehen und keine Experimente wagen wollen 😉

      Zu ihren beiden Links:

      Haben sie auch die Kommentare zu den von Ihnen angeführten Artikeln gelesen, die unter den Links zu finden sind?
      Hier wird kontrovers diskutiert und man liest in den Kommentaren u.a. auch folgendes: „Also ich muss sagen, dass ich das IPad wie jeder andere den ganzen Tag für Nachrichten, E-Mails und Soziale Netzwerke nutze.Aber vorallem nutze ich das IPad für die Uni. Folien direkt in der Vorlesung bearbeiten, Mitschriften anfertigen und Sachen suchen die gerade unklar sind…dafür ist es einfach genial. Zwar laufen bisher wenige rum die ein IPad besitzen aber die paar die ich gesehen habe nutzen es auch genau für diese Dinge.
      Für Studenten ist es zwar recht teuer(hab ca 5 Monate gespart) aber eine riesen erleichterung für die Uni!“

      Natürlich gibt es im Internet auch viele Links die für den Einsatz des iPads votieren und auch dort sind die Diskussionen/Kommentare sehr kontrovers, interessant und lesenswert:

      http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/apple-ipad-unterricht-schule/3662/

      http://speirs.org/blog/2010/9/23/the-ipad-project-how-its-going.html

      http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/studenten-hoeren-erstmals-vorlesungen-per-ipad_rmn01.c.8273054.de.html

      https://docs.google.com/present/view?id=dhn2vcv5_721gdk5jtd8

    • Hallo Wolfgang,

      Deine Kritik ist nachvollziehbar. Ich gehe davon aus, dass Du bisher mit Microsoft Windows arbeitest. Für Menschen, die sich primär mit Windows auseinandersetzen, ist es ein „komisches Gefühl“, wenn man plötzlich mit Mac OS X arbeiten kann. Jede Änderung der gewohnten Arbeitsbedingungen ist mit einer Anpassung verbunden, die meist erstmal schwierig erscheint. Ich kann aber Mut machen, dass es im konkreten Fall einen Versuch wert sein wird.

      Die Bewertung um den Einsatz der Betriebssysteme ist in einem Veränderungsprozess begriffen. Das Denken in Windows, Linux oder Mac OS X wird nicht mehr lange sinnvoll sein, da mehr und mehr plattformübergreifende Applikationen eingesetzt werden. Dies betrifft nicht nur die sytemnahen Programme wir Microsoft Office oder OpenOffice, sondern zukünftig auch viele Web-Apps wie GoogleDocs oder die Microsoft OfficeWebApps. Auf welchem System letztere genutzt werden, spielt keine Rolle, da sich die Browser heute alle (mehr oder weniger genau) an den HTML Standards orientieren.

      Du schreibst, dass die SchülerInnen durch den Mac nicht sinnvoll auf ein Berufsleben vorbereitet werden. Ich bezweifle dies. Nicht wegen des verwendeten Systems (s.o.), sondern durch veränderte Nutzungsformen des Computers. SocialMedia, Webmail, Trackingsysteme u.v.a., also viele relevante Produktivsysteme in Unternehmen, sind heute schon webbasiert.
      Private Kommunikation über Facebook und andere Web2.0 Tools sind ebenfalls plattformunabhängig.

      Was die Ausstattung mit Multimedia Programmen für Foto, Film und Musikverarbeitung sind die Macs heute standardmäßig besser ausgestattet als normale Windows Systeme. Tools für vernünftige Podcasts oder Filmschnitte sind zusätzlich zu kaufen. Das Argument zählt nur bei der Anschaffung von Desktop-Systemen, um die es bei der KAS ja nicht geht.

      Was das iPad angeht, so ist die Überlegung – sofern ich das bisher im Blog mitbekommen habe – vor allem der Gebäudearchitektur geschuldet. Man braucht kleine, mobile Einheiten, die schnell transportiert werden können und auch vor Treppen keinen Halt machen. Dafür ist das iPad prädestiniert. Ein Klassensatz von 16 iPads wiegt ohne weitere Hüllen knapp 12 kg… Die Akkus halten selbst bei Dauernutzung einen Schultag locker durch.

      Das iPad hat (noch) einige Einschränkungen. Es ist nicht voll individualisierbar. Daher kann nicht jede/r SchülerIn ihre/seine eigene Benutzeroberfläche haben. Das wäre wünschenswert, ist aber selbst bei stationären Rechnern nicht überall der Fall. Außerdem ist die geschlossene Plattform bei der Installation von Drittsoftware gelegentlich ein Hindernis. Ob sich da in Zukunft noch etwas tut, wird sich zeigen.
      Zum jetzigen Zeitpunkt ist das geschlossene System vielleicht aber auch erstmal ein Vorteil. Der Einsatz kann ohne Softwaredefekte und unerwartete Ausfälle der iPads erprobt werden. Wenn sich Tablet-PCs in Zukunft durchsetzen, wird es sicherlich mehr Auswahl geben. Man sollte aber nicht immer auf den billigsten Preis achten, sondern auf ein Gesamtpaket.

      Herzliche Grüße,

      Felix

      • Lieber Roman Deeken, lieber Felix,

        leider entsteht hier in dem Blog der Eindruck, dass mögliche Alternativen gar nicht berücksichtigt werden. Wenn dies bereits geschehen sein sollte, dann möchte ich mich für meinen provozierenden Beitrag entschuldigen. Ich würde es allerdings begrüßen, wenn im Blog auch die Vor- und Nachteile andrere Geräte/Systeme im Vergleich zum iPad erwähnt werden.
        Die meisten Studienanfänger, die sich für ein mobiles System entscheiden, greifen zu einem Netbook. Es gibt Hochschulen, die solche Geräte an Ihre Studenten verschenken. Und es gibt auch Initiativen zum Einsatz von Netbooks an Schulen (z.B. http://bildungsklick.de/pm/75575/n-21-vermittelt-800-kostenlose-netbooks-fuer-schueler-in-niedersachsen/).
        Das iPad ist ein geschlossenes System. Das hat erst mal den Vorteil, dass besser kontrollierbar ist und somit die Funktionsfähigkeit von Seiten des Herstellers besser gewährleistet werden kann. Damit wird allerdings auch von Hersteller definiert, welche Applikationen auf dem Gerät benutzt werden können. Die Apps sind nur über den Appstore von Apple erhältlich und nur auf Apple-Systemen lauffähig. Nur ein geringer Teil der privaten Haushalte setzt Apple Macintosh-Systeme ein.
        Die browserbasierten Applikation (z.B. Google Docs) funktionieren mindestens genauso gut auf anderen mobilen Computersystemen. Flash basierte RIAs, die eine große und wachsende Verbreitung haben, werden vom iPAD bisher nicht unterstützt.
        Lange Akkulaufzeiten und kurze Startzeiten sind auch mit anderen Systemen möglich:
        http://www.pcwelt.de/produkte/Dieses-Netbook-kann-am-laengsten-Im-Test-Samsung-N220-Marvel-Plus-1366872.html
        Da es kaum Hersteller wie Apple gibt, die solch geschlossene Systeme anbieten (der Markt verlangt offene Lösungen), ist es schwer von anderen Unternehmen kostenlose Präsentationen zu erhalten. Für Apple ist allerdings das Marketing gerade in Schulen besonders wichtig (90% aller Privathaushalte in Deutschland nutzen das Windows-Betriebssystem).
        Zu meinen Links:
        Selbstverständlich habe ich die Kommentare gelesen. Man sollte allerdings berücksichtigen, dass genannte Website „iPadMag“ in der Regel von iPad-Usern gelesen wird.
        Andere Zitate von Studenten aus dem Netz:
        „Denkt drann, auf Tablets ohne richtiges OS ist man extrem eingeschränkt. Also iPad geht schon mal garnicht.“
        „ich habe soeben mein Studium angefangen und bei uns rennen sehr viele mit nem Netbook rum.“
        Zu meiner Person:
        Ich arbeite seit 20 Jahren im Bereich „Neue Medien“. Über die Jahre haben wir viele Projekte, Touchscreen-Anwendungen und CD-ROMs u.a. auch für den Einsatz in der Schule/Ausbildung (vermutlich auch in der KAS) und auch für Mac realisiert. Dabei haben wir selber Filme und 3D-Animationen produziert und intensiv mit Tonstudios und Videoproduktionen zusammengearbeitet. Im Laufe der Zeit hat sich dann fast alles ins Netz verlagert. Heutiger Schwerpunkt sind sehr komplexe browserbasierte Online-Anwendungen, Datenbanken und Content-Management für kleine und große Unternehmen, wobei letztendlich die Nutzer der Anwendungen auch viele Privatpersonen sind. Selbstverständlich gehört auch Social Media/CRM dazu. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Entwicklungswerkzeugen. Wir setzen sehr intensiv Adobe Produkte ein (Photoshop, Illustrator, InDesign sowie Flex für die meisten Konfiguratoren im Frontend) und verwenden Hardware verschiedener Hersteller. Wir nutzen die Microsoft-Basis im Bereich der Serveranwendungen und orientieren uns beim Einsatz von Arbeitsplatz-Plattformen an den Anforderungen unserer Kunden.

        Grüße
        Wolfgang

        • Lieber Wolfgang, Roman und Felix!
          Danke für eure umfangreichen Kommentare. Es würde mich freuen, wenn vor allem die Lehrer (die ja letztendlich dann damit umgehen müssen) und auch die Schüler hier kommentieren würden. Nun, ein Schüler (wenn auch ein ehemaliger) hat ja schon kommentiert (s.u.). Die Kollegen haben sich in ihrer Bewertung des Tests natürlich auch schon geäussert und ganz eindeutig FÜR einen Tablet-PC ausgesprochen, denn das war ja der eigentliche Punkt (Tablet oder Laptop). Wer die Stimmung beim Test miterlebt hat, wird auch nicht an der Aussage der Umfrage zweifeln. Und wer ein mal ein iPad ausprobiert hat, wird auch nicht an dem Spaßfaktor und der Motivation, die dieses Gerät verursacht vorbei kommen. Wir könnten jetzt die Marken- und Betriebssystemdiskussion ewig und mit immer anderen Beispielen fortführen. Aber: Wer weiß schon welches Betriebssystem in 5 Jahren vorherrscht oder wie wir dann arbeiten? Welches System in Privathaushalten genutzt wird ist auch nicht unbedingt maßgeblich für unseren Unterricht und wir sollten nicht vergessen, dass 80 Prozent der Schüler das iOS in Form eines iPod-Touch schon in der Hosentasche haben und damit direkt arbeiten können, immer mehr Kollegen übrigens auch. Ein interessantes Gedankenmodell wäre auch, wenn die Schüler ihre iPods neben den iPads auch noch nutzen könnten, um Engpässe in der Geräteversorgung aufzufangen. In Amerika habe ich an Universitäten studiert in denen kein einziger PC mit Windows stand. Selbst die Uniklinik Köln rüstet auf Mac um, wie auch die Fachhochschule (die ebenfalls über den Einsatz von ipads nachdenkt) und die Kunsthochschule für Medien hatte noch nie ein anderes Betriebssystem als MacOS im Einsatz. Es könnte ja sein, dass Schüler später dort studieren/arbeiten. Diese müssten wir ja dann auch berücksichtigen.
          Was uns aber letztendlich interessiert ist, wie Felix oben schon beschrieben hat, ein Gerät welches problemlos und schnell einzusetzen ist, keine großartigen Installationen benötigt, Motivation verursacht und vor allem einfach in die unterschiedlichen Räume und Gebäude der KAS zu transportieren ist und sofort startet: ein iPad muss man eigentlich nie ausschalten, d.h. es ist direkt an wie das Licht, das man mit dem Schalter einschaltet. Sollte es doch neu gestartet werden müssen, dauert es max. 25 Sekunden. Und eine komplette Neuinstallation/Restore dauert max 5 Minuten. Das sind Zeiten, die im stressigen Schulalltag überzeugend wirken.
          Viele Grüße
          André Spang

  3. Als Abiturient der KAS, kann ich dieses Projekt nur befürworten. Vor allem die Anschaulichkeit dieses Gerätes ist ein Vorteil. So haben wir früher auf den Ipod Touch (= iPad in klein) Graphen gezeichnet um Aufgaben anschaulicher zu machen und sie besser zu verstehen oder uns per Wiki Informationen für den Unterricht beschafft. Wie oben schon erwähnt kann man damit zeitnah Bilder u. Videos bearbeiten, was für erfolgreiche Projekte in Kunst o. Musik (siehe 100Sek Köln) von Vorteil ist. Zahlenreiche „Apps“ wie z.B. das Periodensystem zum „anfassen“, oder die, die das Klavier in einen Raum ein wenig ersetzen, könnten von Nutzen sein. Lehrer könnten ihre Dateien daraufladen und so den Unterricht auf eine andere, und vielleicht sogar interessantere Weise vermitteln, und den Effekt der neuen Aufmerksamkeit perfekt nutzen.

  4. Also als Nutzer, der sowohl die Windows- als auch die Mac-Welt kennt und zudem als Dozent kann ich die Diskussion zwar nachvollziehen, teile aber nicht alle Punkte. Insbesondere das pädagogische Selbstversprechen der Motivation kann schnell ins Gegenteil umkehren. Dann spielen die Schülerinnen und Schüler nur noch mit dem Tablet.
    Die Möglichkeiten zur Kontrolle auf iPads sind vorhanden, dazu muss allerdings ein spezieller Apple Server für die Schule beschafft werden, es muss Personal ausgebildet und bereitgehalten werden. Und es muss definiert werden, was die Benutzer (Schüler und Lehrer) dürfen und was nicht. So ist es zum Beispiel möglich den Benutzern zu verbieten in den itunes-Store zu gehen. Allerdings ist eine Kontrolle im Sinne von Überwachung einzelner Bildschirme meines Wissens nach nicht möglich. Ob sie gewünscht ist, bleibt mal dahingestellt.
    Die schnelle Verfügbarkeit vom Einschalten bis zum Nutzen kann in der Tat ein Argument sein. Neben der einfachen Bedienung. Auch das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen mag überzeugen.
    Beim Präsentieren selbst ist jedoch unangenehm, dass extra ein zusätzliches Adapter-Paket erworben muss, um den Bildschirm des iPads überhaupt präsentieren zu können.
    Allerdings sehe ich noch einen anderen Faktor: Beim iPad kann man bedauerlicherweise nicht den Akku selbst wechseln, so dass die einmal angeschafften Geräte nach wenigen Jahren schon wieder ausgetauscht werden müssen. Zudem muss die Versicherung für die Geräte gut sein, bezahlbar obendrein. Auch besteht bei solchen Geräten, die sehr nach am „Will ich auch haben“-Zeitgeist sind die enorme Gefahr des Diebstahls.

Trackbacks

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: