Das Schulbuch: Grundlage für guten Unterricht

„Lehrer setzen sie nicht ein, Schüler lieben andere Medien und Eltern kommen damit nicht klar: Das ist eine mögliche Beschreibung von Schulbüchern. Die andere: Unterricht braucht das Schulbuch, es unterstützt Lehrer bei der individuellen Förderung und gibt Schülern Orientierung und Anregungen. Kurz: Es ist unverzichtbar.“ So beginnt der Artikel im Portal bildungsclick.de

Der Artikel basiert auf den Erkenntnissen eines Kongresse bei dem sich Ende November Experten aus Wissenschaft, Praxis, Politik, Ministerien, Verlagen, Lehrer- und Elternverbänden in München für zwei Tage zu einem Thema trafen, zu dem eigentlich alle etwas zu sagen haben, weil jeder den Gegenstand kennt – und sei es nur aus der eigenen Schulzeit: das Schulbuch.

„Bildungsreformen ohne Bildungsmedien?“ lautete der Titel des Kongresses und gleich zu Beginn hatte Prof. Dr. Joachim Kahlert von der Ludwig-Maximilians-Universität München dazu eine Antwort. Er bescheinigte den heutigen Schulbüchern und Lernmedien „so etwas wie das kulturelle Selbstverständnis einer Gesellschaft zu sein“. Die Strukturierung und übersichtliche Darstellung ganzer Wissensgebiete sei gerade heute angesichts des gesellschaftlichen Wandels und des immensen wissenschaftlichen Fortschritts eine nicht zu unterschätzende Leistung von Schulbüchern. Dagegen steht allerdings die Erfahrung des Pädagogen, dass für Wissenschaftler die Anreize, an einem Schulbuch mitzuarbeiten, „gegen null gehen“. Es würden sogar eher noch Barrieren aufgebaut. Denn das Schulbuch gelte nicht als Publikationsorgan, für das Wissenschaftler schreiben sollten. „Die Anzahl von Publikationen in hoch spezialisierten Zeitschriften gilt viel, die Mitwirkung an Schulbüchern nichts.“ Wer trotzdem an Schulbüchern mitarbeite, müsse sich dafür noch rechtfertigen, so der Grundschulpädagoge.

„Machen wir uns nichts vor: Auf die meisten Menschen in unserer Gesellschaft üben Schulbücher und Bildungsmedien wenig Reiz aus“, sagte schließlich einer, der es wissen muss: Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer von Cornelsen, einer der führenden Schulbuchverlage in Deutschland. „Sie fallen unter die Produkte, die sich kaum ein Mensch freiwillig kauft.“

Zur Ausgangsfrage der Tagung „Bildungsreformen ohne Bildungsmedien?“ gab Eva Matthes abschließend eine eindeutige Antwort: „Bildungsreformen sind auf Bildungsmedien angewiesen.“ Eine der großen Herausforderungen sei die Heterogenität der Schülerschaft und da könnten die Bildungsmedien durch Angebote der inneren Differenzierung einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Dafür, so die Pädagogin, bedürfe es allerdings Lehrkräfte, die gelernt hätten, kritisch und selbstbewusst mit den Medien umzugehen. Das Schulbuch bleibt also weiterhin ein spannendes und wichtiges Thema – auch für die Wissenschaft.

Den gesamten Artikel lesen Sie hier.

Interessant auch Kommentare zum Artikel bei bildungsclick.de:

– Bringt Schulbücher endlich auf das iPad! Dann werden die Schüler die verschlingen. Hunderte von befragten Schülern bestätigen das!

– Schulbücher müssten stärker mit entsprechend aufbereiteten Internetseiten verknüpft werden. Wenn ein Schüler während des Surfens nebenbei online seine Französischhausaufgaben macht (z.B. Vokabelübungen), statt gar nichts vorzubereiten, halte ich das für einen Erfolg. Dass das Schulbuch aus Versehen aufgeschlagen wird, ist jedenfalls unwahrscheinlicher. Nur eine Idee von vielen…

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