Posts tagged ‘nullblog’

11. August 2010

Steuergruppe im Interview bei Checkpoint eLearning

Web 2.0 an der Kaiserin Augusta Schule:

“ Schüler des Kaiserin-Augusta-Schule in Köln sollen sich online nicht nur informieren, sondern auch Wissen publizieren und teilen. Dies geschieht seit einem Dreivierteljahr in Wikis und Blogs…..“, so der Beginn des umfangreichen Interviews, das gerade auf der Plattform Checkpoint eLearning erschienen ist.

Dazu wurden die Mitglieder der Steuergruppe, Frau Katja Rothstein, Herr Roman Deeken, Herr André Spang, Herr Thomas Vieth und Herr Peter Löwen vor den Sommerferien interviewt.

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6. August 2010

„Null Blog“? – Schüler und Lehrer der KAS im Spiegelinterview

„Null Blog“ – so lautet der provozierende Titel des Artikels im aktuellen Spiegel Nr 31/2010 vom 2.08.2010. (PDF Version)Und weiter ist im Artikel des Spiegelredakteurs Manfred Dworschak zu lesen: „Die Jugend, zur „Netzgeneration“ verklärt, hat in Wahrheit vom Internet wenig Ahnung. Und die Moden des Web 2.0 – von Bloggen bis Twittern – sind den Teenagern egal. Neue Studien zeigen: Es gibt für sie immer noch Wichtigeres im Leben.“

Foto: © Theodor Barth, Cologne

Manfred Dworschak wurde durch zahlreiche Berichte im Internet und in den traditionellen Printmedien auf die Aktivitäten der KAS im Bereich des Web2.0 aufmerksam. Da die KAS in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnimmt, sollten Schüler (der Kurse 10 und 11) und Kollegen (Herr Vieth, Herr Spang und Herr Haffner) im Artikel zu Wort kommen. Außer den zuvor Genannten wurde auch der Kollege René Scheppler einer Wiesbadener Gesamtschule zitiert, der sich seinerseits in seinem Blogbeitrag „Ja wo surfen sie denn? Spiegel findet die Netgeneration nicht“ schon umfangreich und m.E. treffend zum Spiegelartikel geäußert hat. Er spricht dabei von einem zentralen Gedanken, den die KAS sich so auch auf ihre Fahne geschrieben hat: „In meinen Augen kann es nicht Ziel sein, Schule und Unterricht komplett zu digitalisieren, alles über das Netz abwickeln zu wollen oder Moodle zum neuen Klassenraum zu erklären. Es geht um zwei grundlegende Dinge: 1. Die Verknüpfung von Lern- und Lebenswelten der Lerner, 2. Die Integration neuer Medien als Arbeitsinstrument neben vielen anderen.“

Die KAS scheint mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg zu sein, denn „für die Jugendlichen dient das Internet vor allem (nur?!) der Freundschaftspflege“ wird aber eher weniger zur Recherche oder zur aktiven Produktion von Inhalten nach den Moden des Web2.0 („Mitmachnet“) genutzt. Und da gilt es für die Schulen anzupacken.

Ob dies so stimmt, darüber lässt sich streiten, wie die Netzgemeinde in zahlreichen, als Reaktion auf den Artikel entstandenen Blogbeiträgen und Tweets auf  Twitter (#nullblog) erkennen lässt, mittlerweile haben sich die Berichte über den Artikel und somit auch über die KAS sogar international verbreitet, so z.B. bei der US-Edition des Techmagazins ZDnet, dem Technikforum Slashdot und der Socialnetworks News-Searchengine Njuice, die sich natürlich allesamt auf die englische Ausgabe des Spiegelartikels („Logging off“) beziehen.

So spricht z.B. Björn Sievers in seinem Blogbeitrag „Staunen über die Generation @“ von einem Missverständnis des Spiegel: „Was auf den ersten Blick nach einer erstaunlichen Erkenntnis klingt – denn wer heute noch nicht erwachsen ist, für den war das Internet schon immer da -, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Missverständnis. War doch das Netz immer schon vor allem das, als was es Jugendliche heute benutzen: ein Kommunikationskanal…..“.

Mathias Schwenk antwortet sehr treffend formuliert auf den Artikel von Manfred Dworschak in seiner Replik „Spiegels Null Blog-Generation: Kein Grund zur Sorge, sie hören immer noch Musik“ u.a. auch mit der Frage, ob die fehlende Medienkompetenz der Schüler auch die ihrer Eltern und Lehrer entschuldigt? Und weiter wird da gefragt, „ob man von 12 bis 17-jährigen auch tatsächlich anderes erwarten würde?“ Beim Spiegel lag die Messlatte nach Schwenks Ansicht aber offensichtlich sehr viel höher, „denn die Feststellung des Ausbleibens einer “Revolution der Lebensweise” und das Erstaunen darüber, dass Jugendliche immer noch die Zeit finden, sehr viel Sport zu treiben, wirkt angesichts der betrachteten Altersgruppe doch etwas seltsam. Hatte man ernsthaft erwartet, das Internet würde aus Kindern und Jugendlichen politische Aktivisten machen, die digital-kollaborativ und am besten noch länderübergreifend eine neue Form von Demokratie erfinden und einführen würden?“

Viel interessanter finde ich als Lehrer aber die Reaktionen der Zielgruppe, um die es im Artikel eigentlich geht, denn hier gibt es natürlich – auch trotz der NRW-Ferienzeit – schon Reaktionen, z.B. äußert sich die Schülerin der KAS, Lara Cömert (Stufe 11) in ihrem just erschienenen Artikel im Kölner Stadtanzeiger über die Generation online: “ Telefonieren, chatten, twittern – der große Teil unserer Kommunikation läuft virtuell ab. Kritiker warnen deshalb vor einem kulturellen Sittenverfall. Dabei gibt es gute Gründe, diese Entwicklung positiv zu sehen.“  Und weiter wird da in einem erstaunlichen Weitblick erkannt: “ … man kann diese Generation nicht nur als die sehen, die sich hinter den neuesten technologischen Errungenschaften versteckt, sondern vor allem als eine, die das Bedürfnis hat sich mitzuteilen, sich auszutauschen, informiert zu sein und in Verbindung zu stehen – mit allem, allen und zu jeder Zeit“. Und noch deutlicher formuliert Lara Cömert am Ende ihres Artikels: „Diese Generation behält ihre Meinungen nicht für sich, sie macht sie öffentlich – auf Blogs, bei Twitter, in Foren und Kommentarspalten. Ob es sich dabei um natürlichen Fortschritt und den Ausbau von Kompetenzen oder um kulturellen Sittenverfall handelt, werden wohl erst die Reaktionen zukünftiger Generationen zeigen.“

Weitere Reaktionen wird es an dieser Stelle nach den Ferien zu lesen geben, denn dann werden wir den Spiegelartikel live und face to face mit den Schülern diskutieren und bewerten und anschließend bloggen.

Bleibt bis dahin zu sagen, dass die KAS mit ihrem Medienkonzept augenscheinlich sehr gut aufgestellt ist und, dass es natürlich für eine Schule und deren Schüler letztendlich eine gute Sache ist, wenn positiv über sie in den Medien berichtet wird, denn, so kann man es im Spiegel lesen: „Ein paar Schulen haben bereits erkannt, dass sie hier gefordert sind. Eine davon ist das Gymnasium, das Jetlir und Tom, Pia und Anna besuchen: die Kaiserin-Augusta-Schule in Köln. „Die Schüler sollen bei uns lernen, das Internet produktiv zu nutzen“, sagt Musiklehrer André Spang, „nicht nur zum Rumklicken.“

Und zum Nachdenken, Kommunizieren, Bloggen und im Weiteren auch zum Handeln hat uns der Artikel auch jetzt schon bewegt!

Schöne Ferien! 😉

André J. Spang

Weiterführende Links zum Thema und zur Debatte:

Karl-Kirst-Blog: Der Spiegel „Null Blog Generation“ und KAS-Wiki

Torsten Larbig: Das Netz, seine Funktionen und die Null-Blog Debatte

Dotcom Blog: Generation Null-Blog

Prof. Dr. Karsten D. Wolf: Digitale Literalität verlängert die Bildungshebel

Bill Gates: „In 5 Years the best education will com from the web“

Hurra Blog: Die Krisenkinder

Blogorette: Null Blog statt Netgeneration?

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